Image © Jinran Ha, 2026

Opaque Interface – Algorithmic Invisibility and Mythological Presence

Was geschieht, wenn KI versucht, eine nicht-weiße, weibliche Gottheit der Fürsorge zu visualisieren, die kein festes Bild hat? »Opaque Interface« untersucht die strukturellen Vorurteile des maschinellen Sehens anhand der Figur von Samsin Halmi, der koreanischen Göttin des Lebens und der Geburt. Durch die Umnutzung von Extended-Reality-Technologie (XR) konstruiert das Projekt einen räumlich verorteten Widerstand, bei dem digitale Entitäten ihre transparente Lesbarkeit zurückhalten, sobald sich ein Besucher nähert. Dieses Projekt setzt Édouard Glissants »Recht auf Undurchsichtigkeit« um und verwandelt das XR-Erlebnis in einen spekulativen Raum der Fürsorge, der marginalisierte Erzählungen davor bewahrt, vom algorithmischen Blick erfasst zu werden.

Jinran Ha
IUNO Artistic Fellow 2026

Jinran Ha ist eine in Berlin lebende bildende Künstlerin und Interaktionsdesignerin. Ihre forschungsorientierte Praxis umfasst Installationen, Performances und digitale Medien und untersucht strukturelle Ausgrenzungen innerhalb technologischer Systeme aus der Perspektive des Migrantinnen-Feminismus, der dekolonialen Solidarität und der technomythologischen Forschung. Aktuelle Projekte nutzen generative KI, Archivforschung und räumliche Interaktion als Werkzeuge für kritische künstlerische Praxis. Derzeit ist sie Vorstandsmitglied von District * School without Center, einem queeren feministischen Kunst- und Kulturverein in Berlin.

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